Ein Kuhdorf (mit nicht mehr viel Kühen), ziemlich still am Tag und in der Nacht. Zu still. Unheimlich. Diese Stille. Ungesund.
Mein einer Nachbar begegnet dieser furchteinflößenden Stille mit selbstgebastelten, röhrenden Automodellen. Die läßt er auch an Sonn- und Feiertagen auf der Dorfstraße auf und ab fahren. Auf und ab. Auf und ab. Auf und ab. Und wenn die Modelle nicht fahren, bastelt er in seiner Garage daran herum, läßt dort die Motoren im Leerlauf heulen und rotzen.
Mein anderer Nachbar schnitzt mit seiner Kreissäge gegen die Stille an. Verzweifelt versucht er, der kreischenden Säge ein Jesuskindlein zu entwinden, eine Maria und einen Josef, einen Ochs und einen Esel. Tag für Tag. Tag für Tag. Tag für Tag. Neulich hat er sich die Hand abgesägt, das stört ihn aber nicht.
Mein anderer Nachbar dampfstrahlt alles und jeden. Wie er seinen großen Wagen wieder und wieder und wieder bestrahlt. Er tut es mit heiligem Eifer. Ein Held des Dampfstrahlers!
Und dann ist da noch mein einer Nachbar mit der Schneefräse. Kaum liegt ein halber Zentimeter, saugt er seine Einfahrt mit seiner brüllenden Fräse.
All diese Nachbarn kämpfen - ein jeder nach seinen Fähigkeiten - gegen diese beängstigende Stille. Diese Stille, die vielleicht dunkle Gedanken gebiert. Ich verneige mich in Ehrfurcht vor diesen lärmenden Männern.