Henry Ford soll gesagt haben: Nimm die Erfahrung und die Urteilskraft der Menschen über 50 heraus aus der Welt, und es wird nicht genug übrigbleiben, um ihren Bestand zu sichern. Nun ist unser verehrter Bundespräsident zwar auch schon über 50, er dürfte im Sinne Fords aber gut und gern als 25jähriger durchgehen. Und darum ist das hier ein Plädoyer für einen alten Mann als Bundespräsident!
Peinlich ist die ganze Geschichte für die jüngere und mittelalte Politikergeneration, die jetzt endlich einmal in der großen Politik mitmischen möchte. Das ist bisher gründlich schiefgegangen. Da war Herr Westerwelle, von dem überwiegend Spaßiges bleiben wird. Da war Herr Merz, der beleidigt das Handtuch geworfen hat. Da war Herr Guttenberg mit seiner ungeschickten Schummelei. Und da ist nun auch Herr Wulff. Bei den Frauen sieht es nicht viel besser aus, da muß man gar nicht an die bayerische Landrätin mit dem Fußball-Namen erinnern.
Verehrter Herr Bundespräsident, wir wünschen uns wieder einen alten Mann in diesem Amt, nicht weil die die besseren Menschen sind, sondern weil die besser wissen, was geht und was nicht, was sich gehört und was nicht. Von einem Herrn Scheel ist zwar auch nur das "Hoch auf dem gelben Wagen" geblieben, aber besser ein blasser Präsident als ein Verlegenheitskandidat, dem es an dem Fingerspitzengefühl fehlt, das einen zum Schloßherrn macht.
(Es kann natürlich auch eine alte Frau sein, aber so weit sind wir trotz Kanzlerin noch nicht, fürchte ich. Mein Vorschlag: die wackere Bärbel Höhn.)
P.S. 25.1.12: Nein, niemand braucht einen Heiligen im Amt des Bundespräsidenten, verehrter Herr Fischer, trotzdem sollte wenigstens dieser machtlose Präsident wissen, was sich schickt und was nicht, wenn wir alle schon damit Probleme haben...