Sie ist von der langsamen Sorte - die katholische Kirche. Das macht sie mir aber durchaus sympathisch. Gerade dieses "Nein, wir machen nicht jedes Goislhenkn mit" zeichnet sie aus. Gewiß, man kann es übertreiben. Und wir lassen jetzt einmal ein gestörtes Verhältnis dieser Institution zu Sex beiseite, wie er heute durchaus geglückt praktiziert wird, zu Kondomen, wo sie dringend nötig wären, oder zu Männern im Talar, die vielleicht auch gern eine Familie hätten.
Grundsätzlich schadet so ein Fels in der Brandung nicht. Sofern er nicht irgendwann Gefallen daran findet, Fels um des Felsen willen zu sein.
Dieser Fels hatte auch immer schon Klippen, die aufmüpfig abstanden. Eine davon der Katholische Frauenbund, der sich immer wieder einmal verschämt, aber deutlich weggeneigt hat.
Jetzt möchte die Klippe namens Frauenbund auch zu Facebook gehören. Und damit ist diese Klippe namens Frauenbund ausnahmsweise ein wenig spät dran. Ein Frauenbund als aufgeklärter Ableger einer Institution, die wegen einer bisweilen bizarren Vorliebe fürs Gestrige Vorbild für die spannnendsten Krimis des Jahrzehnts war, sollte auch weiterhin seiner Zeit voraus sein und als solcher müde lächeln über virtuelle Umarmungen von Unbekannten oder Aquarien mit Comic-Fischen.