Der Planet war 2012 nicht untergegangen - aber der deutsche Fahrradfahrer war fortan unter Androhung einer Geldstrafe verpflichtet, einen Helm zu tragen. Und da sich rasch zeigte, daß die kleinen, bunten Helmchen, die bis dahin nur Kinder und pflichtbewußte Mütter und Freizeitfahrer getragen hatten, keine Endlösung in der Gehirnerschütterungenfrage waren, machte eine hoch subventionierte Helm-Industrie mobil.
Radfahrer trugen bald monströse Mopedhelme, die Mopeds selbst waren, da volksgesundheitsschädlich, verboten worden. Unter den Helmen mußten von Sommer 2012 an Schals getragen werden, die sich im Sturzfall zu riesigen Halskrausen aufbliesen.
Als im Herbst des Jahres die Gesundheitsministerin Bundeskanzlerin wurde, rief sie das Jahrhundert zu einem der deutschen Volksgesundheit aus.
Für Anschaffung und Benutzung einer handelsüblichen Haushaltsleiter wurde ein Haushaltsleiterführungszeugnis notwendig. Altgediente Hausmeister gerieten in Bedrängnis.
Fahrbare Bürodrehstühle mußten mit Sicherheitsgurten ausgestattet sein, nachdem bekannt geworden war, daß eine 43jährige Angestellte sich schwer am Kopf verletzt hatte, als sie beim Bücken nach dem Papierkorb unglücklich aus dem Stuhl gekippt und auf die Schreibtischplatte aufgeschlagen war.
Das Volksgesundheitsjahrhundert endete nach nicht ganz zehn Jahren. 2021 wurde ein eloquenter Hausmeister Bundeskanzler, der unbehelmt ein Moped ohne Zulassung fuhr und sein Wahlprogramm mit dem Ausstieg aus dem Einstieg in ein rauchfreies Zeitalter überschrieben hatte.